SPD-Fraktionen für Sekundarschule Warburg-Borgentreich

Warburg/Borgentreich. Nach den Spitzen der SPD-Stadtverbände haben sich jetzt auch die Ratsfraktionen der Warburger und der Borgentreicher Sozialdemokraten für eine Zusammenarbeit im schulischen Bereich ausgesprochen. Einstimmig votierten die SPD-Ratsmitglieder beider Städte für eine gemeinsame Sekundarschule, die mit dem Hauptstandort Warburg und dem Teilstandort Borgentreich in beiden Kommunen verankert werden soll.

Im Borgentreicher Katharina-von-Bora-Haus analysierten die zwei Fraktionen in einer gemeinsamen Sitzung die Empfehlungen des Schulentwicklungsplaners Dr. Ernst Rösner. Demnach ist die Borgentreicher Bördelandschule allein nicht überlebensfähig und braucht einen Partner. Auch in Warburg stehen die Zeichen auf Veränderung: Bereits vor Veröffentlichung des Rösner-Gutachtens hatte der Schulausschuss erste Schritte in Richtung einer Sekundarschule eingeleitet.

„In der Kooperation sehen wir eine klassische Win-Win-Situation, die Vorteile für beide Städte mit sich bringt“, wie der Borgentreicher SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Dierkes und der stellvertretende Vorsitzende der Warburger SPD-Fraktion, Christoph Dolle, unterstreichen. „Borgentreich kann seinen Schulstandort sichern. Und Warburg kann sich als Bildungszentrum des Altkreises weiter profilieren.“ Die Warburger Sozialdemokraten erwarten für den Standort Warburg eine mit der Anbindung einhergehende Verbesserung der ÖPNV-Verbindungen und einen Zuwachs der Kaufkraft in der Kernstadt.

Konkret schwebt den Sozialdemokraten vor, die Kooperation bereits in Kürze vorzubereiten und sie möglichst zum Schuljahr 2013/14 zu vollziehen. „Dieser Vorlauf wird einfach benötigt, um alles organisatorisch unter Dach und Fach zu bringen“, erklärt Jürgen Dierkes. Und Christoph Dolle ergänzt: „Wir wollen, dass die neue Schule eine gute Schule wird. Deshalb brauchen wir gute pädagogische Konzepte und einen regen Austausch mit Eltern und Schülern.“

Es gelte, über die Vorteile der Zusammenarbeit zu informieren und die Vorteile der Sekundarschule hervorzuheben: „Diese neue Schulform ist das Ergebnis des Schulkonsenses der rot-grünen Landesregierung mit der CDU-Opposition und fußt somit auf einer breiten parlamentarischen Akzeptanz. Die Sekundarschule sieht das längere gemeinsame Lernen nach gymnasialen Standards vor. Auf diese Weise ermöglicht sie den Weg zum Abitur in neun Jahren – ohne den gefürchteten G8-Stress“, erklären die beiden Sozialdemokraten.

Auch über die Form des Übergangs haben sich die beiden SPD-Fraktionen ausgetauscht. Die Sozialdemokraten plädieren dafür, die bisherigen Schultypen langsam auslaufen zu lassen und die Sekundarschule mit der Klasse 5 neu zu gründen. „Das ist der Weg, der sich am besten umsetzen lässt. Überdies werden damit Unsicherheiten bei Schülern, die zurzeit den Real- oder Hauptschulbildungsweg absolvieren, vermieden. Sie können ihre Schullaufbahn in der bekannten Form zum Abschluss führen“, betonen Christoph Dolle und Jürgen Dierkes. 

Nach dieser bisher einmaligen Kooperation auf Fraktionsebene wollen sich die beiden Fraktionen in Zukunft auch bei weiteren kommunalen Themen regelmäßig austauschen und verstärkt zusammenarbeiten.

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