Hubertus Eikenberg fordert weitere Zugeständnisse

Hubertus Eikenberg stellt zunächst zwei Punkte klar. Erstens: „Ich bin Befürworter der Energiewende. Es war immer klar, dass sie nicht zum Nulltarif zu haben, sondern mit Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger verbunden sein wird. Aber es kann nicht sein, dass die Energiewende ausschließlich im ländlichen und insbesondere im strukturschwachen Raum geschultert wird.“ Belastungen seien nicht nur durch die Stromtrasse, sondern auch durch den weiteren Ausbau der Windkraft „bei gleichzeitiger Kappung der kommunalen Entwicklungsmöglichkeiten zu befürchten“, spielt Eikenberg auf den kürzlich vorgelegten Entwurf des Landesentwicklungsplans ab.

Zweitens sei es nicht sein politisches Ziel, die geplante Stromtrasse von Borgentreich ein paar Kilometer nach Westen oder ein paar Kilometer nach Osten zu verschieben. Das wäre eine Politik nach dem Motto: „Heiliger Sankt Florian, verschon’ mein Haus, zünd’ andere an.“ Trotzdem könne die geplante Trasse quer durch den Kreis Höxter nicht das letzte Wort sein: „Alternativen zur bislang favorisierten Streckenführung müssen geprüft werden – und zwar hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. „Außerdem sollte eine Verlegung des Kabels in die Erde in Erwägung gezogen und ernsthaft ins Auge gefasst werden.“ Dies sei zunächst mit erhöhten Kosten verbunden. „Wenn wir aber alle volkswirtschaftlichen Kosten zusammenrechnen, bei der längeren Lebensdauer der Kabel angefangen bis hin zur Vermeidung von Krankheiten der Anwohner, ist eine solche Lösung – technische Machbarkeit vorausgesetzt - langfristig sicherlich die günstigere.“

Den Besuch von Tennet-Gesamtprojektleiter Dr. Christoph Thiel in dieser Woche im Kreistag wertet Eikenberg als wichtiges Signal. Endlich gebe es Informationen aus erster Hand, so der SPD-Bürgermeisterkandidat. Auch begrüße er die Zusage der Tennet, in Brakel und Warburg Informationsveranstaltungen durchzuführen, fordert jedoch weitere Zugeständnisse: „Das Thema bewegt die Gemüter, wie es lange Zeit kein anderes Thema getan hat.“ Das werde auch in der Umfrage deutlich, die der SPD-Stadtverband derzeit unter den Bürgerinnen und Bürger der Stadt Borgentreich durchführe. Außerdem handele es sich um ein Projekt mit langfristiger Folgewirkung. „Deshalb fordere ich, dass in allen betroffenen Städten, nicht nur in den größeren, Informations- und Diskussionsveranstaltungen stattfinden. Die hier lebenden Menschen sind keine Bürger zweiter Klasse, sondern haben genauso gut ein Recht auf Information.“ Hier müssten die genauen Pläne vorgestellt und mit den Bürgerinnen und Bürgern genauso wie mit den Kommunalpolitikern diskutiert werden. Dies sei auch die Handlungsmaxime für alle weiteren Stufen des Verfahrens. „Die Energiewende lässt sich nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gestalten“, glaubt Eikenberg. Doch mit guter Information und Transparenz allein sei es nicht getan. Der Borgentreicher SPD-Bürgermeisterkandidat sieht Bund, Land und Netzbetreiber gleichermaßen in der Pflicht: „Die Kommunen, die von der Stromtrasse betroffen sind, müssen für die offensichtlichen Nachteile kompensiert werden.“

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