Hans Eichel kommt nach Borgentreich

Seit Monaten erhitzt die finanzielle Lage von Bund, Land und Kommunen die Gemüter. Die schwarz-gelbe Bundesregierung schnürt ein Sparpaket, das Koalitionspolitiker als „fair, gerecht und sozial ausgewogen“ einschätzen. Politiker der Opposition machen dagegen eine soziale Schieflage aus. Sie geißeln das Paket als ungerecht: „Unten nehmen – oben geben“, lautet ihre Kritik. In NRW glauben die neuen Koalitionäre von SPD und Grünen, ein milliardenschweres Loch im Landeshaushalt ausgemacht zu haben. Und die Kommunen klagen über eine finanzielle Schieflage, wie sie noch nie da gewesen sei.

Doch kaum ergibt sich ein konjunktureller Silberstreif am Horizont,  fordert der FDP-Vorsitzende und Bundesaußenminister Guido Westerwelle, erneut Steuersenkungen. Und ein CDU-Haushälter bringt eine Mini-Steuerreform von 500 Millionen Euro – also rund sechs Euro pro Einwohner – ins Gespräch.

Die SPD Borgentreich möchte jenseits von Worthülsen und Polemik hinterfragen, wie es um die öffentlichen Finanzen wirklich bestellt ist. Sie veranstaltet ein Vor-Ort-Gespräch unter dem Titel: „Wie gewinnen wir die Zukunft?“ Hierfür konnten die Sozialdemokraten einen kompetenten Experten gewinnen: Der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel wird seine Einschätzung zur finanziellen Lage in Deutschland abgeben und dabei sachlich auf Sparzwänge und  etwaige Gestaltungsmöglichkeiten eingehen.

Das Vor-Ort-Gespräch findet am Mittwoch, 20. Oktober, im Saal des Orgelmuseums Borgentreich statt. Beginn ist um 18.30 Uhr. Die Veranstaltung ist öffentlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Zum Abschluss wird ein kleiner Imbiss gereicht.

Zur Person: Hans Eichel wurde am 24.12.1941 in Kassel geboren. Im Alter von nur 33 Jahren wurde er im Jahr 1975 zum Oberbürgermeister der nordhessischen Großstadt gewählt. Dieses Amt bekleidete er bis zum Jahr 1991. Im selben Jahr wurde er zum Ministerpräsidenten des Landes Hessen gewählt. Ein Amt, das er bis zum Jahr 1999 inne hatte. Nach dem Machtverlust von Rot-Grün in Hessen wechselte Eichel im April 1999 an die Spitze des Bundesfinanzministeriums. In seiner Zeit als Bundesfinanzminister erwarb sich der Nordhesse die Beinamen „Sparkommissar“ und „Eiserner Hans“. Ungewöhnlich für einen Finanzminister: Hans Eichel erlangte innerhalb kurzer Zeit mit seinen Sparplänen hohe Popularität.

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