„Beide Städte werden gewinnen“

SPD Warburg und Borgentreich für Kooperation in der Schulpolitik

Warburg/Borgentreich. Nach der kreisweiten Vorstellung der Schulentwicklungsplanung fühlen sich die Sozialdemokraten im Altkreis Warburg durch das Rösner-Gutachten in ihrer Einschätzung bestärkt. In der vergangenen Woche trafen sich die Spitzen der Warburger und Borgentreicher SPD, um über die Konsequenzen für die Städte im Altkreis zu beraten. Im Mittelpunkt standen Überlegungen, wie eine Kooperation in der Schulpolitik Vorteile für beide Städte mit sich bringen kann.

In Borgentreich stellt sich die Situation besonders schwierig dar: Nach dem Gutachten ist schon sehr kurzfristig dringender Handlungsbedarf gegeben: Der Schulentwicklungsplaner Dr. Ernst Rösner hält es aufgrund der geringen Schülerzahlen für ausgeschlossen, dass die Bördelandschule als eigenständige Schule fortbestehen kann. Deshalb empfiehlt er eine Kooperation mit einer Nachbarstadt. Als einzige mögliche Schulform kommt die neue Sekundarschule in Frage, die derzeit von der rot-grünen Landesregierung im Konsens mit der CDU-Opposition in Gesetzesform gegossen wird.

Der Borgentreicher SPD-Stadtverbandsvorsitzende Jürgen Dierkes spricht sich klar für eine Kooperation mit Warburg aus: „Wir Borgentreicher Sozialdemokraten haben alle theoretischen Modelle unter die Lupe genommen. Nur eine Kooperation mit Warburg kann kurzfristig umgesetzt werden und überdies für langfristige Stabilität sorgen.“

Gegenüber ihren Parteifreunden aus der Bördestadt könnten sich die Warburger Sozialdemokraten eigentlich erstmal gelassen zurücklehnen, denn das Gutachten sieht den Schulstandort Warburg auch mittelfristig als gesichert an. Einmütig hatte der Schulausschuss in Warburg bereits vor Veröffentlichung des Gutachtens die Weichen zur Sondierung einer Sekundarschule für den Standort Warburg gestellt.

Dennoch sieht der Warburger Stadtverbandsvorsitzende Christoph Dolle in der jetzigen Situation eine weitergehende Chance auch für den Standort Warburg: „Hier bietet sich uns eine Möglichkeit interkommunaler Zusammenarbeit. Aber es wäre aus Warburger Sicht nicht bloß eine Hilfestellung für eine benachbarte Kommune. Über eine Kooperation mit Borgentreich würde auch langfristig der Schulstandort Warburg als das Bildungszentrum im Altkreis stabilisiert. Für die anschließende Oberstufe an den Warburger Gymnasien oder an der Johann-Conrad-Schlaun-Schule besteht ohnehin schon eine starke Anbindung Borgentreicher Schüler und Schülerinnen nach Warburg.“

Einen weiteren Vorteil einer solchen Dauerlösung sieht Jürgen Dierkes auch darin, dass eine Sekundarschule den Weg zum Abitur in neun Jahren ermöglichen würde, ohne den sonst zu befürchtenden G8-Stress. Dieser Aspekt freut besonders den Vorsitzenden der Juso-Arbeitsgemeinschaft Warburg-Borgentreich, Claas Dohmann: „Längeres gemeinsames Lernen nach gymnasialen Standards wäre somit auch für alle Borgentreicher Schüler möglich. Es könnte an zwei Standorten unterrichtet werden, von Klasse 5 bis 10 könnten die Schüler aus dem Stadtgebiet Warburg den Standort Warburg und die Schüler aus der Stadt Borgentreich die Bördelandschule besuchen, anschließend besteht die Möglichkeit, die Oberstufe in den Gymnasien oder anderen weiterführenden Schulen zu besuchen.“

Dolle und Dierkes werten diese Lösung darüber hinaus als ein politisch stabiles und für die Eltern daher auch besonders attraktives Angebot. Denn die Sekundar-Schule ist das Ergebnis des Schulkonsenses in NRW und somit von einer breiten politischen Mehrheit getragen.

Unterm Strich sehen die beiden SPD-Stadtverbände in der Kooperation eine „klassische Win-Win-Situation, die Vorteile für beide Städte mit sich bringt“, wie Christoph Dolle und Jürgen Dierkes betonen. „Warburg kann seine Attraktivität als Bildungszentrum steigern. Und Borgentreich kann seine Sekundarstufe mit einem qualitativ hochwertigen Angebot nachhaltig sichern.“ Die SPD im Altkreis möchte nun im direkten Kontakt mit den Eltern deren Wünsche und Anregungen aufnehmen und in die weiteren Vorschläge einfließen lassen.

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