Auf den Spuren der Hexen

SPD-Stadtverband lud zum Weltfrauentag zu einer Fahrt nach Lemgo ein

Auch in Ostwestfalen-Lippe tobte in früheren Jahrhunderten die Hexenverfolgung. Besonders arg war es in Lemgo. Davon konnten sich jetzt 40 Frauen ein persönliches Bild machen, die zum Weltfrauentag die alte lippische Hansestadt mit der Borgentreicher SPD besuchten.

Die Stadtführerinnen erzählten den Frauen aus der Stadt Borgentreich, wie schnell frau damals unter Verdacht geriet. Besonders argwöhnisch wurden Zugezogene beäugt. Da gab plötzlich eine Kuh keine Milch mehr, bei einer Heilerin missglückte eine Kur, einer Frau starben drei Ehemänner - und schon stand frau unter dem Verfolgungswahn.

Zwar durften die Frauen nicht ohne Geständnis verurteilt werden, doch gab es grausame Foltergeräte, um ihnen das Geständnis herauszupressen. Noch heute können einige dieser Geräte im Hexenbürgermeisterhaus „bestaunt” werden. SPD-Frauenbeauftragte und Organisatorin der Fahrt, Inge Fels: „Frauen, die mit diesen Instrumenten gefoltert wurden, haben unter der Qual sicher alles Mögliche gestanden.” Gestand frau dennoch nicht, wurde sie aus der Stadt verwiesen und war Freiwild.

Auch gab es materielle Gründe, gleich zu gestehen und auf einen Prozess zu verzichten: Die Prozesskosten und das Holz für den Scheiterhaufen mussten von den Angehörigen getragen werden: 40 Taler und mehr kamen da zusammen. Deshalb rieten Ehemänner ihren Frauen oft zum Geständnis.

Alle waren sich einig: stand frau erstmal unter Verdacht, gab es keine Chance mehr, ohne Schaden davon zu kommen.

Zum Abschluss wurde es gemütlicher: bei Kaffee und Kuchen klang die Fahrt im Wellness-Hotel Ambiente in Nieheim aus.

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